Die Johanniter

Bereits seit Oktober 1991 bin ich Mitglied der Johanniter Unfall-Hilfe in Singen, die für mich zu einem zweiten Heim wurden. Ich begann damals mit einem Sanitätshelferlehrgang, wonach ich an diversen Sanitätsdiensten eingesetzt wurde. Mein Interesse an dieser Tätigkeit stieg kontinuierlich, wodurch ich bald danach drängte weitere Lehrgänge zu besuchen. Leider war ich derzeit für viele Schulungen einfach zu jung, durfte dann aber sofort als ich das geforderte Alter erreicht hatte auf einen Rettungssanitätergrundlehrgang. Da ich sehr schnell die dazugehörigen Praktika in meinen Schulferien durchgeführt hatte entstand bald die Situation, dass ich zwar noch kein Auto fahren durfte, aber bereits verantwortlich einen Rettungswagen besetzte.

Nebenbei begann ich die Schulungen zum Ausbilder für Erste-Hilfe Kurse zu absolvieren und unterrichtete zum Beispiel Führerscheinbewerber, ohne selbst auch nur an einen Führerschein denken zu dürfen. Durch meine Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten war es mir gut möglich, dies alles in den Schulferien durchzuführen und wer denkt, dass mir dadurch viel Urlaub verloren ging, der täuscht sich. Jede dieser Schulen war für mich eine schöne Zeit, wie sonst nur Urlaub eine schöne Zeit ist. Ich lernte Menschen aus ganz Deutschland kennen und hatte mit diesen sehr viel Spaß.

Als ich dann am Ende meiner Berufsausbildung alle mir möglichen Ausbildungen besucht hatte und das Rettungsassistentengesetz in Kraft trat, strebte ich danach auch noch diese Ausbildung durchzuführen, und die Johanniter boten an die Lehrgangskosten zu übernehmen. So kam es dazu, dass ich nach Beendigung der CTA-Schule und vor Beginn des Studiums in Sigmaringen zusammen mit meinem guten Freund Vincent in der Nähe von Kempten die Berufsausbildung zum Rettungsassistent einschob. Auch dies war eine wirklich schöne Zeit, bei der ich sehr viele neue Freunde fand.

Nach dem ich nun Rettungsassistent war und auch im Bereich Ausbildung einen Stand erreichte, den ich nicht mehr erhöhen konnte, übernahm ich das Amt des Ortsbeauftragten der Johanniter in Singen. Als solcher bin ich seit her für alle ehrenamtlichen Bereiche in Singen zuständig, wozu neben dem Rettungsdienst auch noch die Bereiche Ausbildung, Katastrophenschutz, eine Schnelleinsatzgruppe, der Sanitätsdienst und Jugendarbeit mit einem Gesamtumsatz von immerhin 50000 € zählen. Das führen ehrenamtlicher Helfer ist keine leichte Aufgabe, da man auf jeden Helfer angewiesen ist und kein Helfer auf den Verein. Es ist nicht möglich mit Druckmitteln wie Kündigung, Abmahnung oder ähnlichen in der freien Wirtschaft normalen Methoden zu arbeiten. Da wir Johanniter aber untereinander derart gut klarkommen und jeder für jeden einsteht, gibt es auch gar keine Probleme. Ich denke nicht, dass es viele vergleichbare Gruppen wie uns gibt. Mit weniger als 20 aktiven Mitgliedern besetzen wir jedes Wochenende qualifiziert einen Rettungswagen, bilden jährlich mehr als 1000 Leute aus, leisten unzählige Stunden im Sanitätsdienst und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass dies alles auf dem höchstem Qualitätsniveau stattfindet.

Mehr über uns Johanniter findet man hier.